Restauration russische Sirene Teil 1

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LRKON
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Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von LRKON » Donnerstag 2. Februar 2006, 18:17

Lange angekündigt, und nun endlich auch einsehbar: die ersten Bilder von der Rekonstruktion meiner ebay-Errungenschaft: der C-28, einer Drehstromsirene aus russischer Produktion.

http://lrkon.chaty.net

gerryathome
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Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von gerryathome » Donnerstag 2. Februar 2006, 22:45

nicht schlecht

gibt es informationen über die umdrehungen in der min oder so ?

LRKON
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Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von LRKON » Freitag 3. Februar 2006, 19:40

ja sicher.. ich geh davon aus, dass die auf dem typenschild eingarvierte zahl die umdrehungen angibt, also 2390 - das ergibt bei zehn luftkammern dann eine frequenz von 398.. zugegeben ein etwas seltsamer wert, aber vielleicht ließ sich das seinerzeit konstruktionstechnisch nicht anders regeln und es liegt ja bei der für luftschutzsirenen typischen 400-Hz-Linie

was ich abslout nicht herausbekomme ist, in welchem werk die sirene gebaut wurde. von russischen vokabeln mal abgesehen, aber die russen hatten die eigenart, ihre fabriken manchmal einfach nur zu numerieren. also beispielsweise nicht "sirenenfabrik kriwoirog", sondern einfach nur "Werk 127" oder so in der art. allerdings ist ja nichtmal so etwas auf dem typenschild lesbar. ich weis auch nicht in welcher richting ich suchen könnte

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MiThoTyN
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Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von MiThoTyN » Freitag 3. Februar 2006, 20:13

Hmm .. Ich frag mich aber, warum ausgerechnet Baujahr und DREHZAHL auf das Schild eingraviert wurden, während die Typenbezeichnung draufgedruckt wurde. Drehzahl und Typ hängen ja eigentlich zusammen.

Ich vermute eher das ist ne Seriennummer. Das würde zusammen mit dem Baujahr mehr sinn machen.

Gruß Joachim

SlideBuster

Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von SlideBuster » Freitag 3. Februar 2006, 20:55

Wenn Du fertig bist mit dem Restaurieren,
gib uns mal ne kostprobe von dem Sound.

Gruß Marco

LRKON
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Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von LRKON » Samstag 4. Februar 2006, 10:59

wie gesagt - da es keine quellen zur herstellung dieses teils gibt tappe ich etwas im dunkeln... mit der seriennummer kannst du natürlich auch recht haben. ich hatte eben nur die formel angesetzt und weil sich eine frequenz von fast 400 Hz ergab bin ich davon ausgegangen dass es die drehzahl ist - schließlich wird die ja auf den meisten typenschildern angegeben

ein kleines soundfile gibt es noch vorm restaurieren, denn ich will wenigstens mal wissen, was das gerät für ein stimmchen hat und werde es über einen fremdantrieb kurz hochfahren...

duese
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Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von duese » Sonntag 5. Februar 2006, 10:16

2390 als Drehzahl macht nicht wirklich Sinn.

Das ganze ist ja ein Drehstrommotor. Vermutlich eine Asynchronmaschine. Mit einer Polpaarzahl von 1 dreht bei 50Hz mit etwas unter 50 1/s *60 s/min=3000 1/min. Je mehr die Drehzahl von der sog. synchronen Drehzahl (3000) abweicht desto größer werden die Verluste im Motor.

Sind in der Maschine "doppelt so viele Wicklungen" (Polpaarzahl 2) halbiert sich die synchrone Drehzahl und die Maschine wird mit etwas unter 1500 1/min laufen.

Polpaarzahl 3 etwas unter 1000/min u.s.w.

Es sei denn natürlich die Sirene ist für eine andere Netzfrequenz ausgelegt......

duese

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Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von LRKON » Sonntag 5. Februar 2006, 11:58

Hallo Duese, hallo David

erstmal für die ideen.
wie gesagt - ich tappe bei dem teil generell etwas im dunkeln, aber gestern hat mir ein freund immerhin einen schritt weitergeholfen.

aber der reihe nach. zunächst mal glaube ich nicht, dass die sirene aus den 20er stammt, immerhin steht ja die 1978 als herstellungsdatum drauf. das mit der auslaufzeit ist ebenalls nur spekulativ. ich hatte ja die beiden lager wieder flott gemacht und die sirene mit fremdantrieb mal kurz auf eine höhe gebracht, die den nachbarn grad noch zuzumuten war - schätzungsweise um die 150 Hz, lauter ging echt nicht. und da war die auslaufzeit meiner meinung nach etwa so wie bei einer DS977. aber das sind wohl nur subjektive wahrnehmungen - denn wenn man direkt neben dem teil steht, hört man sicher ganz anderes als wenn die sirene 25 meter hoch auf irgendeinem haus thront...

zum 2. : duese, ich war mir mit der umdrehungszahl selbst nicht sicher - und dein beitrag hat mich bewogen, einen freund zu konsultieren, der aus weißrussland kommt. was soll ich sagen - du hast natürlich recht. und die 2390 ist wirklich die nummer des herstellerbetriebes - der kumpel das etwas unleserliche "зaboд" entziffert, und dies bedeutet soviel wie werk oder fabrik. damit hat sich einerseits meine bereits oben angedeutete vermutung bestätigt, andererseits gibt es nun wieder ein rätsel was die drehzahl angeht. die formel für ein polpaar, die am ende 3000 U/min bedeutet, scheint mir am realistischsten, aber endgültiges kann mir dann wohl nur der elektromaschinenbauer sagen..
also habt bitte noch ein wenig geduld! sowie er zeit findet für meinen sonderfall wird er sich drum kümmern, ich geh derweilen daran, das heuleisen optisch etwas zu verjüngen

vielleicht gibt es ja doch noch jemanden im forum, der russische sirenen kennt. ich bin für jeden hinweis dankbar!

orestis
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Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von orestis » Dienstag 7. Februar 2006, 14:47

Hi LRKON, can you tell, is this an air raid siren or made for other use?

Gast

Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von Gast » Dienstag 7. Februar 2006, 15:41

2390 als Drehzahl macht nicht wirklich Sinn.

Das ganze ist ja ein Drehstrommotor. Vermutlich eine Asynchronmaschine. Mit einer Polpaarzahl von 1 dreht bei 50Hz mit etwas unter 50 1/s *60 s/min=3000 1/min. Je mehr die Drehzahl von der sog. synchronen Drehzahl (3000) abweicht desto größer werden die Verluste im Motor.

Sind in der Maschine "doppelt so viele Wicklungen" (Polpaarzahl 2) halbiert sich die synchrone Drehzahl und die Maschine wird mit etwas unter 1500 1/min laufen.

Polpaarzahl 3 etwas unter 1000/min u.s.w.

Es sei denn natürlich die Sirene ist für eine andere Netzfrequenz ausgelegt......

duese
also wenn ein motor für 3000 u/min gebaut ist (50Hz)
hat er unter last
2800-2850 u/min

ein asynchron motor kanne die synchron drehzahl nicht erreichen.
im leerlauf hat er dann ~2950 u/min
oder einer für 1500 u/min ~1450u/min

und zum thema verluste das hat nix mit verlust zu tun.
je mehr die drehzahl sinkt desto größer wird die leistung
klar die wärmeverluste und magnetisierungsverluste werden auch größer.
aber uns interrressiert primär die leistung an der welle.
und je mehr die drehzahl absinkt desto mehr leistung hat der motor.
das funktioniert bis zu einem gewissen grad biss das drehmoment abfällt
und der motor im sattelmoment hängen bleibt.
wenn das passiert ist eh sein thermischer tot in kurzer zeit da.

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Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von LRKON » Dienstag 7. Februar 2006, 22:07

na das ist aber schon eine tiefergehende technische wissenschaft. davon hab ich faktisch keinen schimmer. aber ich will den motor ja sowieso von einem elektromaschinenbauer wieder in schwung bringen lassen. denk mal der wird wissen was er macht

wichtig ist zunächst sowieso die frage, ob sich da überhaupt noch was dreht.

Torsten

Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von Torsten » Dienstag 7. Februar 2006, 22:52

Hab grad mal ne gute Freundin das Typenschild anschauen lassen:
Typ: S-28
Betrieb 2390
Herstellungsjahr 1979
hergestellt in der UdSSR

duese
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Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von duese » Mittwoch 8. Februar 2006, 10:01

also wenn ein motor für 3000 u/min gebaut ist (50Hz)
hat er unter last
2800-2850 u/min

ein asynchron motor kanne die synchron drehzahl nicht erreichen.
im leerlauf hat er dann ~2950 u/min
oder einer für 1500 u/min ~1450u/min
Deswegen hab ich im ursprünglichen Post auch geschrieben etwas unter 3000 1/min
klar die wärmeverluste und magnetisierungsverluste werden auch größer.
Genau diese Verluste sind direkt abhängig von der Differenz synchrone Drehzahl reale Drehzahl, dem sog. Schlupf (genau s=(Nsyn - N)/Nsyn ).

Das erklärt genau den Effekt den Du beschrieben hat. Wenn der Motor stärker belastet wird, als das maximale Drehmoment, dann sinkt die Drehzahl in den ungünstigen Bereich (der Motor kippt) oder der Motor bleibt ganz stehen. Dann ist der Schlupf sehr groß, die elektrischen Verluste sehr groß, der Motor wird heiß und stirbt u.U. den Hitzetod.

Für die Lautstärke der Sirene haben die elektrischen Verluste aber in der Tat keinen direkten Einfluß. (Es sei denn der Motor stirbt, dann ist das ganz Ding seeeehr leise )

duese
Zuletzt geändert von duese am Mittwoch 8. Februar 2006, 10:01, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von LRKON » Mittwoch 8. Februar 2006, 16:41

hallo torsten - immerhin hab ich das meiste ja doch noch mit meinen rudimentären russischkenntnissen zusammengekriegt, aber eine zusätzliche kontrolle ist immer fein. dafür

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Niklas
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Re: Restauration russische Sirene Teil 1

Beitrag von Niklas » Sonntag 5. März 2006, 18:48

hm... an dem bild gefällt mir was nicht:

Bild

sieht aus als wäre da eine der streben rausgebrochen!
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