Aufarbeitung der L138

Berichte über komplette Restaurationen von Sirenen und Zubehör, bzw. Eigenbauten von Sirenen, Steuerungen und Zubehör
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Technikfreak L
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Aufarbeitung der L138

Beitrag von Technikfreak L » 06.06.2017, 18:32

Hallo,

nach einiger Zeit des Schweigens möchte ich mich mal wieder melden.
Meine L138 hatte ich im Herbst 2013 bereits in meiner Begrüßung vorgestellt.
P1030368.JPG
Damals hatte ich bis auf den Klemmstein und etwas Drumherum den Originalzustand nicht angetastet.
Neulich fiel mir allerdings auf, dass an einigen Stellen der Aluguss nicht unwesentliche Anzeichen von Korrosion gegeben hat. Nachdem der Rotor bei diesem Abziehversuch (im Gegensatz zu dem vor 3 Jahren) schnell verspielt hatte konnte ich die Unterseite des Rotors und die Innenseite des Stators zum ersten Mal gründlicher begutachten.
P1100261.JPG
Hier ein Beispiel der Korrosion am Rotor. Die Korrosion erscheint allerdings nicht an allen blanken Stellen, sondern nur immer mal auf mehr oder weniger großen Flecken.
P1100257.JPG
Auch Stator und Motorgehäuse zeigen diese Erscheinung. Der Fuß nicht, da dieser aus Grauguss oder Stahlguss besteht.

Ich vermute dass es hier nur sinnvoll ist, den Kollegen komplett zu zerlegen, die Oberflächen von Korrosion zu befreien und zu lackieren. Ich hätte sonst die Befürchtung, dass die Korrosion aus den Ritzen wieder hervorkriecht.

Die Lager machen bis auf etwas Laufgeräusch noch einen guten Eindruck, sie Laufen leicht, kein Spiel oder Rumpeln, nur etwas Rauschen.
Zur Verdeutlichung:
https://www.youtube.com/watch?v=svYqeaF ... e=youtu.be

Bei einer Zerlegung könnten sie auch begutachtet werden. Würde die Sirene allerdings nicht deshalb zerlegen, eher nur in Verbindung mit den restlichen Maßnahmen.
Haltet ihr eine Aufarbeitung für sinnvoll? Damals habe ich mich ja dagegen entschieden, mir ist jedoch die Korrosion der Aluteile als nicht so stark in Erinnerung.

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Re: Aufarbeitung der L138

Beitrag von Technikfreak L » 08.06.2017, 19:32

Ich würde, wenn die Sirene einmal in ihre Bauteile zerlegt ist möglicherweise Stator und Rotor, auf jeden Fall aber den Fuß sandstrahlen.
Bei einem Betrieb in meiner Nähe würde ich die Teile strahlen können.
Beim Fuß aus Grauguss mache ich mir da auch keine Sorgen, allerdings bei den Aluteilen, denn der alte Guss wird vermutlich nicht der aller beste sein. Würde beim gewöhnlichen Strahlen mit Sand
(nicht Glasperlen, Nussschalen...)ein bedenklich starker Materialabtrag erfolgen?
Hat da jemand von euch Erfahrungen beim Sandstahlen von Aluguss? Es wäre für mich gut zu wissen, da es nicht spaßig wäre, den 11-Port-Rotor mit händisch der Drahtbürste zu bearbeiten.

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Re: Aufarbeitung der L138

Beitrag von KL7000F » 09.06.2017, 11:21

Hatte mit Aluguss noch keine Probleme in Bezug auf Sandstrahlen. Fängst halt am besten an einer nicht sichtbaren Stelle an ;)
"Sirenen sind durch nichts zu ersetzen, ausser durch bessere Sirenen..." (Cimolino - 2012)
Elektror L1137/1237, FWE Sonnenburg MS 200 MPS 4

http://www.ki-tools.de/images/Step5/
Sirenen-Smilies (by Step5)

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Re: Aufarbeitung der L138

Beitrag von Technikfreak L » 14.06.2017, 20:38

KL7000F hat geschrieben:Hatte mit Aluguss noch keine Probleme in Bezug auf Sandstrahlen. Fängst halt am besten an einer nicht sichtbaren Stelle an ;)
Danke, dann sollte ich mir wohl nicht all zu viele Sorgen machen.

Ich möchte hier noch einmal die Frage aus meiner Vorstellung aufgreifen, welcher Hersteller mein Sirenchen gefertigt hat. Auf der Fußunterseite kam beim Rost-Entfernen folgendes zutage.
L138 Aufabeitung (1).JPG
Dort steht MÜLLER und eine Nummer 1580, die jedoch nicht mit der Seriennummer auf dem Typenschild deckungsgleich ist.
Zur Erinnerung:
P1030365.JPG
Es kommt bei mir wieder die Vermutung auf, dass sie vielleicht doch eine Elektror ist. Auf den alten Elektror-Typenschildern stand ja auch (K.W.) Müller (Esslingen).
Die Motorwicklung könnte sehr gut aus dem Hause Elektror stammen, da die S3B von Kollegen Heuleisen die exakt gleichen Isolierschläuche auf den Kupferdrähten zum klemmstein hat, wie meine.
2 mal gelb, 2 mal grün, 2 mal rot.
siehe :
viewtopic.php?f=32&t=3560

Ich würde die Diskussion hier gern noch einmal lostreten.

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Re: Aufarbeitung der L138

Beitrag von DayOfSiren » 14.06.2017, 23:18

Sehr interessant! Wie du schon den Hersteller angeregt hast, sollte diese auch von Elektror stammen.
Mich würde es interessieren, ob und wo sich noch eventuell ein Tieftonteil (einzeln) der L138 auf den Dächern Deutschlands befinden würde.

Mal sehen, was die weiteren Restaurationsschritte so mit sich bringen! :D
Luftschutzsirenen aus dem Niederrhein! - DayOfSiren -
Meine Sirenenvideos: https://www.youtube.com/channel/UCqK9uB ... PN4zUWadbA

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Re: Aufarbeitung der L138

Beitrag von Technikfreak L » 22.06.2017, 15:56

Kann sich sonst noch jemand zur Elektror- nicht Elektror- Thematik äußern?

Einen wesentlichen Unterschied zur S3b ist mir beim Rotor-abziehen neulich noch aufgefallen.
Der Rotor wird nur durch das Übermaß der Passung zwischen Rotornabe und Welle in Position gehalten.
Eine Verdrehsicherung wie z.B. eine Passfeder ist nicht vorhanden und wohl auch nicht vorgesehen gewesen. Durch die vergleichsweise geringe Motorleistung sehe ich da auch kein Problem.

Was mich nun aber wirklich stört ist, dass auf der Welle kein Absatz vorhanden ist, der für den Rotor als Anschlag dienen kann. Wenn man nun die Mutter bis zum ende des Gewindes auf der Welle anziehen wollte, würde man den Rotor auf den Stator pressen. – Nicht gut.
Die einzige verbleibende Sicherung ist eine M8 Schraube, die quer gegen die Welle drückt.
Zur Verdeutlichung eine Skizze:
L138 Aufarbeitung (3).jpg
(Die Schraube habe ich nicht dargestellt)

Wenn ich mich nicht irre, ist bei der E57 zwischen Rotor und Lager-Innenring eine Distanzhülse, die dem Rotor die Position vorgibt.
So in etwa:
L138 Aufarbeitung (4).jpg
Wäre von dieser Lösung etwas zu halten?
Ich weiß, dass das nicht im Sinne einer Restaurierung ist, die originale Rotorbefestigung erscheint mir jedoch auch nicht sinnvoll.

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