Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Berichte über komplette Restaurationen von Sirenen und Zubehör, bzw. Eigenbauten von Sirenen, Steuerungen und Zubehör
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HaumeiFranzP
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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von HaumeiFranzP » Montag 20. Januar 2014, 22:21

In der Patentschrift geht es also um eine Sirene, bei der der Zerhacker mit 500U/min entweder mit oder entgegen der Lüfterdrehrichtung läuft. Hier haben wir es mit einer Sirene zu tun, bei der der Zerhacker mit 2 unterschiedlichen Drehzahlen in(?) Drehrichtung des Lüfters läuft?! Ganz schön gewitzt, unsere Altvorderen. Da muss man erstmal drauf kommen. Das Grundprinzip des konstant laufenden Lüfters bleibt aber, wie kommt man jetzt auf exakt zu unterscheidende Signale? Vielleicht ist das auch DAS Manko der Sachsenwerk, weshalb sie sie auch so selten ist.
Lord of the 8-port-sirens

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Fahrradklingel
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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von Fahrradklingel » Montag 20. Januar 2014, 23:28

Niklas hat geschrieben:In der Patentschrift geht es ja auch um einen anderen Sirenentypen der Fa. Sachsenwerk.
Lesen hilft... Danke.

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MiThoTyN
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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von MiThoTyN » Dienstag 21. Januar 2014, 09:50

HaumeiFranzP hat geschrieben:Vielleicht ist das auch DAS Manko der Sachsenwerk, weshalb sie sie auch so selten ist.
Das glaub ich nicht. Keiner konstruiert so ein Monster von Sirene, die im Endeffekt (zumindest für Heulton) nicht zu gebrauchen ist. Die Idee mit dem Lüfter für gleichbleibende Lautstärke ist so genial, da werden sich die Entwickler nicht mit einem derart "krassen" Manko abgegeben haben.

@Niklas und sonstige Elektromeister

Gibt es denn eine "einfache" bzw. "geniale" Möglichkeit, den Stator elektrisch zu bremsen?

@Peter

Kannst du mal irgendwann eine kurze Sequenz Heulton aufnehmen?

Gruß Joachim

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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von MiThoTyN » Dienstag 21. Januar 2014, 10:52

Ich hab mal versucht so viel wie möglich aus dem Bild rauszuholen.

Folgendes erkennt mein ungeschultes Auge:

6 : Das scheint die Einspeisung zu sein.
7 : Lüftermotor.
8 : Signalmotor.
3 : Das kann ich nicht genau deuten. Sieht nach Hauptschalter aus. Warum der aber nur den Lüftermotor ausschaltet ist mir nicht ganz klar. Ggf. um den Signalmotor "still" testen zu können.
4,5,10,11 : Ich vermute hier die Sicherungen. Erstaunlich ist, dass die Phasen für den Signalmotor nach dem Schütz zum Lüftermotor "abgezwackt" werden und so zwei bzw. drei Sicherungen in Serie geschaltet sind. (Erst 5 als Hauptsicherung, dann 4 zum Signalmotor, dann 10/11 zur zweiten Motorwicklung).
1,2 : Das scheinen zwei Schütze zu sein. Im Schaltbild scheinen die eine gestrichelte Umrandung zu haben. Ich meine links die Spulen zu erkennen, rechts die 3 Schaltkontakte.
9,11 : Hier scheinen die Phasen dieser Wicklung irgendwie mit der Steuerung verbunden zu sein. Es lässt sich aber nicht erkennen wie. ggf. für Kontrollampen Hochton/Tiefton?
12 : Postrelais?

Das spannende findet nun eigentlich bei Schütz 2 statt. Hier sieht es so aus, als ob der Schütz lediglich ein Umschalter wäre und zwischen Tief-/Hochton hin und her schaltet!

Im Schaltkasten gibt es noch eine Sicherung, ggf. für die Phase zur Steuerung, 4 Kontrollampen und 2 Taster. Die kann man im Schaltplan aber nicht erkennen.

Gruß Joachim
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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von Land 4-4 » Dienstag 21. Januar 2014, 11:02

@Joachim, Heulton u.a. mach ich am Wochenende.
Umsteuern des Motors ist glaube ich nicht, der Richtungspfeil hat auch nur eine Spitze.
Bei diesem Typ bringt das wohl nix weil es doch eigentlich egal ist ob der Rotor die Statorschlitze von links nach rechts oder umgekehrt schließt und öffnet??? Oder doch nicht wegen dem Richtungspfeil? Kann natürlich auch wegen den schräg (im Luftstrom) stehenden Statorschlitzen sein = homogenerer Luftstrom.
Ich hab ja im Keller schon ein paar Versuche gemacht, da hat bei auslaufendem Rotor und dann Start des Lüfters der Luftstrom den Rotor stark gebremst.
Wir sind wegen der entstehenden Geräuschentwicklung fast in Deckung gegangen! (Erinnerte mich an den alten RTH Bell UH-1 Landeanflug) Wie gesagt enger Kellergang.
Ich bin mir inzwischen absolut nicht mehr sicher ob der Lüfter richtigrum lief, ich habs aus Zeitmangel nicht mehr überprüft. Vielleicht hat das lange nicht gebrauchte Verlängerungskabel einen Phasendreher!
Gruß

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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von sirenator » Dienstag 21. Januar 2014, 12:45

Also anhand der Vorm des mittleren Stators muss der Lüfter links herum laufen. Anders herum sinkt die Effektivität und somit die Lautstärke erheblich.
Und wenn ich mir jetzt die Ports des äußeren Zerhackers anschaue so fällt mir auf, dass an beiden Seiten Fasen sind somit ist der Zerhacker Aerodynamisch aufgebaut und der eigentliche Luftwiderstand am Zerhacker ist auch bei größerer Lufteinwirkung nicht so hoch. Da denke ich doch schon eher an eine elektrische Komponente.
Gruß

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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von Land 4-4 » Dienstag 21. Januar 2014, 13:19

@sirenator
ja das mit dem "angephasten" Rotor stimmt! Deswegen auch der gute Ton beim alleinigen laufen des Rotors. Der wirkt wie eine Tragfläche und saugt die Luft an.
Aber bedenke er schiebert anstehende Druckluft, deswegen auch die höhere Bremswirkung?

Gruß

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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von sirenator » Dienstag 21. Januar 2014, 13:22

Puh, musst du herausfinden. Vielleicht bremst es wirklich mehr wenn der Lüfter richtig läuft aber kann es mir nicht denken.

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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von Land 4-4 » Mittwoch 22. Januar 2014, 17:22

Also natürlich hat mir das Ganze keine Ruhe gelassen!!!
Da ich heute etwas früher heimkam hab ich nochmal mit dem selben Kabel probiert.
Und!!! der Lüfter drehte wirklich falsch herum!!! Phasendreher im Kabel (H.....h....s....s...usw!!!)
Ich hätt mich in den Allerwertesten beißen können!
So dann schnell Foto geholt notdürftig aufgestellt in der Werkstatt sehr wenig Licht aber hören geht!

Link kommt!

Zu dem Video:

Zweimal kurz den Hochtonschütz betätigt dann den Lüfter durchgehend ein bis der Rotor fast steht (die Sirene leise ist) man hört die strömende Luft. Der Rotor fängt an rückwärts zu drehen....
Beim Einschalten des Lüfters wird die Sirene auch ganz kurz lauter und dann langsamer.
Die Tonaufnahme aus nächster Nähe ist allerdings keine Abbildung der Realität...jetzt wackel wieder die Ohren!

Gefällt mir! aber ich kann das nicht wiederholen- sonst krieg ich noch Ärger.

Gruß
Der Land 4-4

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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von Land 4-4 » Donnerstag 23. Januar 2014, 21:11


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hoffendlichS3
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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von hoffendlichS3 » Donnerstag 23. Januar 2014, 21:42

Da ist doch ein "bremsen" des Zerhackers Deutlich zu erkennen.

Wenn man es so sieht ist die Sachsenwerk ja schon im Prinzip eine HLS.
Druckluft wird getrennt geliefert und dann zerhackt ;)
"Die Sirene ist und bleibt das effektivste Mittel um Aufmerksamkeit der Massen zu erregen"

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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von sirenator » Donnerstag 23. Januar 2014, 23:38

Hehe und schwups da war die Lösung :-)
Die Lösung ist einfach, Den Lüfter und den Zerhacker in gegensätzliche Richtung drehen zu lassen.
Da der mittelteil Luftleitkanäle hat kann der Lüfter ja praktisch nur in eine Richtung laufen und wenn man den Zerhacker genau in die Gegenrichtung laufen lässt dann "pustet" der Lüfter den Zerhacker schneller runter^^
Ich wünsche weiterhin viel Freude mit dem schönen Teil und beim nächsten
Probealarm nochmal mit Hochton laufen lassen und Video nicht vergessen ;-)
Gruß

Ralph
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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von Ralph » Samstag 25. Januar 2014, 12:12

Das sieht wirklich sehr gut aus. Anders als mit den "Standardsirenen" kannst du ja sehr viele verschiedene Tonlagen und Kombis durchspielen. Ich bin auf die nächste richtige Probe gespannt! :-)

Ralph
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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von Land 4-4 » Samstag 25. Januar 2014, 16:48

Ja die nächste Probe kommt bestimmt!
Soll ich den Feueralarm wieder Tiefton machen und dann mal die Warnung im Hochton (an-)laufen lassen?
btw:
Hat jemand einen Mikrofontip für ne DSLR? wegen OT evtl. PN oder gleich in der Plauderecke
"Welche Kamera.."viewtopic.php?f=44&t=4253

Schönes Wochenende!

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Fahrradklingel
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Re: Restauration der Sachsenwerk aus Wildau

Beitrag von Fahrradklingel » Samstag 25. Januar 2014, 18:27

Evtl. hilfreich: viewtopic.php?f=44&t=3999

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