L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Berichte über komplette Restaurationen von Sirenen und Zubehör, bzw. Eigenbauten von Sirenen, Steuerungen und Zubehör
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L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von KL7000F » Freitag 19. Dezember 2014, 18:37

Nachdem die Demontage perfekt geklappt hat, geht es hier mit der Restaurierung weiter. Die zweite Sirene ist bei Land 4-4, er berichtet hier.

Heute Nachmittag konnte ich auch die ersten Schrauben lösen. Dank WD40 ließen sich die Spannpratzen vom obersten Dach gut lösen. Wobei die ein oder andere Schraube kurz vor dem Abreißen war. Das mittlere Dach hielt mich länger auf, da dort festere Schrauben verbaut waren. Diese hält die Tiefton auf dem Zwischenstück. Dort gingen zwei Muttern nur durch abreißen. Leider bekam der Steg der Tieftonsirene einen "kleinen" Riss. Unbekannt ist, ob der Riss schon vorhanden war und ich ihn nur "erweitert" habe. Ändern kann ich es nicht...
Die Verschraubung von Zwischenstück und Hochton war ebenfalls sehr marode. Gelockert haben wir die Schrauben bereits am Vortag, da das unterste Dach wegen der Verladung am Anhänger entfernt wurde. Beim restlichen Abdrehen der Muttern sind mir vier Schrauben mit wenig Druck gerissen. Naja, Schrauben... werden eh ersetzt ;)
Die Hochtonsirene ließ sich, nachdem der meiste Dreck entfernt war, sehr schön drehen und sie knatterte fröhlich vor sich hin (kleiner Glücksmoment, die Nachbarschaft grinste...:) ). Die Tiefton ist etwas schwergängig. Das Fett muss ich noch überprüfen, ist wohl auch etwas älter... Zuletzt gelaufen sind beide Sirenen 1999, soviel stand auf dem Arbeitsauftrag im Schaltkasten. Ich denke aber, dass die Tiefton zuvor schon lange lange still stand.
Leider habe ich bislang kein Hinweis auf das Geburtsjahr gefunden.
Im Zwischenstück ist leider auch ein Riss, dieser ist aber eindeutig länger vorhanden. Sollte jedoch kein Problem darstellen.

Die Mutter am Rotor ließ nach einiger Kraft nach und löste sich prima. Der Rotor jedoch sitzt wie eine Bombe. Abzieher erstmal Mangelware... Aber auch dafür lässt sich was finden ;) Am unteren Fuß ist einiges an Rost, ich denke da wird ein Sandstrahler die beste Lösung sein. Aber erstmal weiter zerlegen, Motor prüfen (testen) und die Feiertage vorbeiziehen lassen. Dann haben die Leute wieder mehr Zeit.

Direktlinks zu YT-Videos oder wichtigen Posts:

Testvideo L1 und F2 mit Handantrieb: Klick
Testvideo F2 bei 400V: Klick
Kurzfilm der Demontage: Klick
Gewicht der Einzelteile: Klick

Jetzt noch ein paar Bilder:
Dateianhänge
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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von KL7000F » Samstag 20. Dezember 2014, 22:23

Heute habe ich mir die Zeit genommen, um die Wicklungen nach Hendi's Anleitung laienhaft zu "prüfen". Hierbei kam ein positives Ergebnis ans Tageslicht. Einem Test an 400V sollte demnach nichts im Wege stehen.
Ansonsten habe ich nach weiteren Rissen im Stator bzw. Zwischenstück gesucht und diese Dokumentiert. Entsprechende Bilder sind angehängt.
Nachdem der Rotor vom Hochtonteil sehr fest sitzt, habe ich mich heute an den Tieftonteil gewagt. Die Mutter ließ sich sehr leicht lösen und auch der Rotor konnte mit wenig Kraftaufwand abgezogen werden. Darunter fand ich ein "Massengrab" von halbtoten und toten Ameisen (Bild). Der Rest sieht, abgesehen von der teils abgelösten Farbe, noch sehr gut aus.
Beim Entfernen vom alten Lagerfett aus den Buchsen fiel mir auf, dass bei meiner L1 nur unten eine Buchse zum Fetten vorhanden ist. Bei Land 4-4 seiner ist direkt unterhalb vom Stator nochmals eine für das obere Lager. Bei meinem Tieftonteil sind zwei Buchsen vorhanden. Ich bin gespannt was sich unter dem Hochtonrotor verbirgt... Eine Möglichkeit zum Fetten? ;)
Erstmal frisches Fett rein und ein wenig "knattern" lassen. Ein Video gibts davon natürlich auch: http://youtu.be/sWTRyoq6Nu8
Dateianhänge
DSC_8402.JPG
Riss 1 im Tieftonstator
DSC_8403.JPG
Riss 2 im Tieftonstator
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Riss 1 im Zwischenstück
DSC_8408.JPG
Riss 2 im Zwischenstück
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Rotor mit leichter Bevölkerung
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Viele tote/halbtote Ameisen
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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von sirenator » Sonntag 21. Dezember 2014, 09:22

Wow sieht nach viel Arbeit aus aber das wirst du denke ich mal hinbekommen. ;-) Das mit den Rissen ist ärgerlich. Vor allem, weil die Statoren ja aus Alu Druckguss sind (oder doch nicht?) und sich das schlecht schweissen lässt. Sagmal ist bei beiden von dir das Spaltmaß auch so eng?
Gruß

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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von KL7000F » Sonntag 21. Dezember 2014, 15:07

Ja, wird einiges an Arbeit. Viel Rost und bescheidene Schrauben die gleich reißen...*genervt*
Das Spaltmaß ist eng, genauer kann ich es dir gerade nicht sagen.

So, hier die Typenschilder:
Dateianhänge
F2.jpg
F2
L1_1.jpg
L1
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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von HaumeiFranzP » Sonntag 21. Dezember 2014, 15:25

Auch Dir herzlichen Gückwunsch!!! Schön, dass Ihr die Damen bergen konntet.
Sch... mit den Rissen. Wenn ich die Korrosion richtig interpretiere, sind sie als Dauerbrüche entstanden. Möglich durch die Kombination Spannungen im Material + Schwachstelle darin + Vibrationen beim Betrieb. Sie könnten also schon seit Jahrzehnten bestehen und kein Problem darstellen. Eine Schweißung müsste man mit Experten klären.
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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von KL7000F » Sonntag 21. Dezember 2014, 19:32

Vielen Dank. Eine E57 ist "Spielzeug" gegen diesen Sirenenturm ;)

Zu den Typenschildern: Wenn es eine fortlaufende Nummerierung ist ("No"), dann ist die Sirene von Land 4-4 ein kleines Stück älter ;)

Hier auch mal, synchron zum Thread von Land 4-4, die Klemmbretter:
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Hochton.JPG
Hochton
Tiefton.JPG
Tiefton
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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von KL7000F » Montag 22. Dezember 2014, 12:31

Im Übergang vom Anschlusskasten zum Motor (Tieftonsirene) ist einiges an festem, weißen/hellen Sand/Dreck. Ebenso kleine Spuren von Nestern (hülsenartig). Da zwischen Rotor und Stator ein Berg an Ameisen war, gehe ich davon aus dass die Viecher dort ein Nest hatten. Habe mal Bilder angehängt, ein wenig kann man erkennen.
Da sich der Rotor sauber dreht und auch einen guten Auslauf hat (Funktion vom Motor noch nicht an 400V getestet), jetzt die Frage ob das Nest / der Dreck eher raus sollte oder man sich die Arbeit spart und den Motor so belässt ("never change a running system")? Wärmeentwicklung bei den eher kurzen Laufzeiten? Hattet ihr sowas auch in euren Motoren?
Dateianhänge
IMG_20141222_104429.jpg
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IMG_20141222_110306.jpg
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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von sirenator » Montag 22. Dezember 2014, 14:59

Also wenn ein Nest drinn ist, dann würde ich es raus machen denn die fangen je nachdem gern an zu brennen. So wild ist das auch nicht die Motoren zu zerlegen. Das einzige was du eventuell neu brauchst sind die 3 M8er Gewindebolzen die hatte ich in meiner L1 aber entrostet, Gewinde nachgeschnitten und wieder eingesetzt. Falls du fragen dazu hast hau sie raus ich kann dir denke ich mal helfen da die L1 und die S5 eigentlich nur kleine kosmetische Unterschiede haben.
Gruß

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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von KL7000F » Montag 22. Dezember 2014, 16:16

Wäre mir auch am liebsten, dann ist er auch innen komplett sauber bzw entrostet, falls Rost angesetzt hat.
Die Bilder der Restaurierung der L1/S5 hab ich mir schon angesehen ;-) Sind auch hilfreich! Warte jetzt auf meinen Abzieher....hoffe der kommt noch morgen.
Die Bolzen der L1 sind teils locker/gerissen. Die muss ich entweder tauschen, falls ich sie von Außen entnehmen kann, oder auch hier den Motor öffnen. Die F2 hat das Nest, die werde ich vermutlich mal öffnen. War die Welle bei deiner nochmals zusätzlich verschraubt? Ich habe oben bei der Fettbüchse zwei Schrauben, die Links/Rechts vom Lager vorbei gehen. Ich glaube da ist, wie bei der E57, noch einer Art "Lagerdeckel" von der Gegenseite (sprich innen).
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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von sirenator » Montag 22. Dezember 2014, 17:19

Jap. Oben war unter dem lager ein Lagerdeckel der mit dem stator verschraubt war. Die zwei schrauben dafür konnte ich erst sehen als der Rotor runter war Unten war bei meiner nix, saß nur saufest.

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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von KL7000F » Dienstag 23. Dezember 2014, 13:19

Richtig, bei der L1 ist die Verschraubung vom Lagerdeckel unter dem Rotor "versteckt". Bei der F2 vom Großalarmsirenenaggregat ist die Verschraubung, aufgrund der gedrehten Bauweise, im Deckel.
Habe gerade mal die F2 an 400V gehängt (Video siehe unten). Der Auslauf war über 4:30 Min. Bei dem Alter und nun 15 Jahre Stillstand ist es doch eine gute Zeit.

Hier der Link zum Video: Klick Bild
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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von Land 4-4 » Dienstag 23. Dezember 2014, 13:27

Sehr fein!!! Glückwunsch!

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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von KL7000F » Dienstag 23. Dezember 2014, 13:35

Danke! Was machen deine Filmchen? ;)
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Re: L734 Nr. 2 (von KL7000F)

Beitrag von Totusignotus » Dienstag 23. Dezember 2014, 19:51

Die L1 hat schon einen schönen grummelnden Auslauf, aber die F2 setzt Maßstäbe!
Wie der eiserne Wolf schon sagte: "Propellerflugzeug in der Wohnung!"
Die Sirenensammlung in bewegten Bildern.
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Beitrag von hoffendlichS3 » Dienstag 23. Dezember 2014, 20:19

Ich kann mir jeden Monat eine F2 in freier Wildbahn mit Feueralarm anhören... Genial sage ich euch :-)
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