Restauration ELEKTROR HSM7

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Gast

Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Gast » Donnerstag 24. November 2005, 19:48

Hallo,
ich habe eine Handsirene der Firma Elektror auf unserem Altbau-Dachboden gefunden. Diese hat leider nicht immer die richtige Pflege erhalten. Ich würde sie gerne versuchen optisch wieder in Schuss zu bringen. Technisch schein Sie optimal zu funtionieren. Es ist nur die Frage wie ich das Gehäuse öffne, um an das Luftschwungrad heran zu kommen.
Sollte ich das Getriebe eventuell fetten oder ölen?

Ich habe einige Fotos unter folgender Adresse:
www.schmidt-beschriftungen.de/ebay/sirene/ebay.htm

Vielleicht weiss auch noch jemand näheres über die folgenden DATEN:
Hersteller: K.W. Müller ELEKTROR
Esslingen a. N.
Form: HSM 7
Nr. 225383 / 19
Kenn Nr. RL4 - 31/55

Ich bin dankbar für jede Info.

Gruß an alle Sirenenfreunde

Georg

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Marco
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Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Marco » Donnerstag 24. November 2005, 23:48

Hallo ultrascan,

da hast du aber einen echten Glücksfund gemacht!
Bild

Zunächst würde ich den Tragegriff abschrauben und anschließend die verrostete Sechskantschraube in der Mitte der Abdeckung lösen, Vermutlich lässt sich dann der Stator mit der Morseeinrichtung lösen.
Anschließend kann man den Rotor von der Welle abschrauben. Darunter verbergen sich eventuell die Schrauben, um den Getriebekasten zu öffnen. Vorher noch die Kurbel abnehmen. [Keine Ahnung ob das so funktioniert, denn ich kenne die Sirene nicht - nur eine Vermutung]

Das Getriebe selbst würde ich erst mal gründlich vom alten Fett befreien. Wahrscheinlich ist das auch total verharzt. Die Getriebeteile können in heißem Wasser grob gereinigt werden und anschließend noch mit Aceton gesäubert werden. Danach das Getriebe gut einfetten.

Gast

Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Gast » Freitag 25. November 2005, 19:59

...danke für die schnelle Antwort. Vielleicht weiss noch jemand genaueres, ob noch was besonderes zu beachten ist. Ich hoffe ja nicht, dass mir beim Öffnen des Gehäuses alle Getriebeteile entgegen fallen. Ich würde sie schon ganz gerne funktiontüchtig erhalten.
Mit dem Aceton ist eine gute idee; soll ich die alte Farbe dann einfach abschleifen, grundieren und neu streichen, oder wäre es sinnvoll so viel wie möglich von der Originalfarbe zu erhalten?
Muss zum Fetten bzw. Ölen des Getriebes, ein besonderes Fett benutzt werden, oder einfach nur reguläres Getriebefett, wie z.B. aus einer Fettpresse.
Das Baujahr würde mich auch sehr interessieren, kann man dies aus den angegeben Daten ersehen???
Fragen über Fragen, aber lieber erst einen Einblick verschaffen bevor ich den
echten Glücksfund
kaputt restauriere.
Danke.
Georg

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Marco
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Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Marco » Freitag 25. November 2005, 22:30

Deine Kurbelsirene kommt folgendem Modell sehr nahe:
Bild
(Manuskript von Brunner-Schwer, S. 256 - Ausschnitt des Originalfotos eines älteren Postings von Niklas)

Getriebe:
Sollte man vorsichtig öffnen, dann besteht nicht die Gefahr, dass die Teile sofort rausfallen. Am besten eine Zeichnung bzw. ein Foto machen, wie die Getriebeteile angeordnet sind. Das erleichert den Zusammenbau.

Lack:
Abbeizen ist hier schonender als Schleifen, denn letzteres könnte hässliche Kratzspuren im weichen Aluminiumgehäuse hinterlassen. Um zum Schluss eine glatte Oberfläche zu erhalten, muss die alte Farbe restlos runter. Anschließend mehrmals in dünnen Schichten lackieren. Auf eine Grundierung könnte eigentlich verzichtet werden, da Alu nicht rostet.

Schmieren:
Getriebefett ist doch bestens! Die Wellen kann man ölen.

Beim Baujahr muss ich leider passen. Vielleich wissen die Experten hier weiter...

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Laatze
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Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Laatze » Samstag 26. November 2005, 14:01

Hallo,
habe vor ca. einem Jahr mal unsere HSM 8 / Elektror von der Feuerwehr restauriert. Muss dazu sagen, dass es eine ganz schöne "Fuddelarbeit" ist, den Rotor da rauszukriegen! Teile "entgegengefallen" sind mir nicht, da kann eigentlich nicht viel passieren! Musst dir nur merken, was wo hinkommt!
An genauere Details kann ich mich leider nicht mehr so erinnern. Werde sie auch nicht mehr öffnen, da ich froh bin, wieder alles zusammenzuhaben!
Zum Baujahr kann ich nur sagen, dass auch auf unserer HSM 8 kein Baujahr auf dem Typenschild eingestanzt ist, jedoch laut Aussagen der Kameradend er "Alters- und Ehrenabteilung" stammt sie aus dem Jahr 1938! Musst dich da mal bißchen umhören, ob irgendjemand noch etwas über deine HSM 7 weiß.

Gruß Dennis

Gast

Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Gast » Samstag 26. November 2005, 14:40

Danke, danke, mit soviel Resonanz hatte ich gar nicht gerechnet. Das Forum ist auf jeden Fall super und ein kurzes Wort an den FORUMMASTER: WEITER SO!!!

Ich werde alle Hinweise von Euch beachten und bald mit der Restauration beginnen. Ich gebe Euch ab und an Bescheid wie weit ich bin und was alles schief läuft und natürlich Bilder....

Also bis bald und drückt mir die Daumen.

Übrigens bezüglich des Alters habe ich mich einfach mal per Mail an den Hersteller gewandt und hoffe von denen genaueres zu erfahren.

Georg

Gast

Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Gast » Montag 28. November 2005, 13:13

So, kurzer Stand ... Der Auseinanderbau war kein Problem, alle Schrauben liessen sich problemlos lösen. Das Getriebe ist in einem super Zustand, das Fett war noch einigermassen okay, ich habe es aber komplett entfernt. Ich habe unter dem roten Lack einen blau-grünlichen Lack entdeckt. Die rote scheint also nicht die originale Farbe gewesen zu sein. Jetzt taucht natürlich bei mir die Frage auf, wie soll ich die HSM7 lackieren??? Alles rot, oder alles oliv, oder kombiniert, oder ...???? Gebt mir doch ein paar Tips, wie es am besten aussieht oder original ausgesehen haben könnte. Also unter dem roten Lack im Rotor scheint eine silberne Farbe gewesen zu sein. Ich für alle Tips im voraus.
Gruß
Georg

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Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Laatze » Dienstag 29. November 2005, 19:29

Hallo,
Also ich hab die HSM 8 von der FFW komplett schwarz, bis auf Rotor, Holzgriff der Kurbel und Schutzdraht (damit keine unbefugten Fingerchen in die Öffnungen kommen ) in rot. Sieht ganz gut aus. Wenn du natürlich einen auf Luftschutz machen willst, sollte sie so oliv oder so werden.

Gast

Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Gast » Sonntag 30. April 2006, 14:54

Hi ich mal wieder. So, komplett zerlegt, gereinigt und neu gestrichen.
alle Bilder hier:
www.schmidt-beschriftungen.de/sirene/sirene.html

Ich habe beschlossen die Sirene zu verkaufen.
Falls jemand interesse hat, bitte info.

Gruß
ultrascan

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Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Siggi » Sonntag 30. April 2006, 15:27

Nettes Gerät, da hattest du aber auch einiges zu tun im Getriebe.

Was für ein Baujahr ist sie denn?

Gast

Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Gast » Mittwoch 3. Mai 2006, 22:48

Hi,
ja das Baujahr ist das große Problem. Auf dem Typenschild steht zwar eine /19 aber leider nichts dahinter. Dafür aber eine zusätzliche Kenn Nr.: RL-4 31/55 und deshalb denke ich das es sich wohl um 1955 handelt!!!

Gruß
Ultra...

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Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Laatze » Donnerstag 4. Mai 2006, 08:28

Hat das "RL" nicht irgendwas mit Luftschutz, bzw. Reichs-Luftschutz zu tun? Oder liege ich verkehrt?

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Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Niklas » Donnerstag 4. Mai 2006, 09:57

Ja, die RL-Nummer ist die Luftschutzzulasung im dritten Reich. Die erste Ziffer steht so weit ich weiss für den Aufgabenbereich, die erste Doppelziffer fürs Zulassungsjahr eines Bautyps und die letzte Doppelziffer ist der Bautyp selbst. Jedoch gibt es die RL-Nummer nur ab den Jahren 35 aufwärts, also passt das mit der 31 auch nicht wirklich. Wäre es eine 37, was es sicherlich auch ist, findet man in der RL-Nummern Datenbank folgenden Eintrag:

RL 4-37/55

LS-Handsirene "Elektror"

Elektror Karl W. Müller & Co.
Richard-Hirschmann-Straße 12
Esslingen
242

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Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Siggi » Sonntag 7. Mai 2006, 20:31

Lohnt sich der Verkauf wenigstens?

Gast

Re: Restauration ELEKTROR HSM7

Beitrag von Gast » Montag 8. Mai 2006, 10:39

Hi an alle,

ihr könnt die Versteigerung gerne mitverfolgen, oder vielleicht auch mit bieten.
Ihr findet die Sirene bei eBay unter dem Suchwort "HANDSIRENE", kann man gar nicht verfehlen.
Die Auktion läuft noch bis zum 14. Mai.

für alle Hilfen, bezüglich der Restauration. War sehr hilfreich.

Gruß
Ultra...
Zuletzt geändert von Gast am Montag 8. Mai 2006, 23:14, insgesamt 1-mal geändert.

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