DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

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DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von meta » Donnerstag 18. März 2010, 13:22

Hallo Zusammen,

ich bin neu auf diesem Gebiet und besitze wenig Vorkenntnisse, deshalb bitte ich vorab schonmal um Nachsicht.

Für eine Recherche im Bereich Sirenen von Einsatzfahrzeugen und ihre Entwicklung im Kontext zur steigenden Lärmbelastung in Großstädten, bin ich auf der Suche nach einer Aufschlüsselung der DIN 41096 und der DIN 14610. Ich benötige die Lautstärke-Angaben dieser Normen in db und deren Richtlinien.

Zur DIN 41096 habe ich zwar bisher einer Sirene des Modells E57 gefunden, die mittlerweile nicht mehr hergestellt wird und die eine Angabe über ihre Leistung in db angibt, jedoch bin ich mir nicht sicher, ob die DIN noch etwas genauer auf diesen Punkt eingeht. Hier der Link zur beschriebenen Sirene.

http://www.gfd-katalog.de/katalog/Fisch ... etail.html

Des weiteren bin ich mir nicht sicher, ob diese DIN auch bei Einsatzfahrzeugen Verwendung findet, da die E57 Sirene sehr schwer ist.

Würde mir sehr helfen, falls von euch jmd. in dieser Hinsicht genaueres weiß.

Danke.

Matthias
Zuletzt geändert von MiThoTyN am Donnerstag 18. März 2010, 15:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: DIN Für Siren Von Einsatzfahrzeugen

Beitrag von MiThoTyN » Donnerstag 18. März 2010, 14:47

Hi Matthias!

Erstmal willkommen im Forum!

Was du suchst wird sich hauptsächlich in der DIN 14610 abspielen. Dort sind "Akustische Warneinrichtungen für bevorrechtigte Wegebenutzer" geregelt. Also für Polizei, Feuerwehr, etc.

Das "Teil" nennt sich übrigens nicht Sirene, sondern in der Fachsprache "Sondersignal" (meist in Verbindung mit dem Blaulicht gemeint) oder "Einsatzhorn". "Sirenen" als solche stehen auf den Dächern der Häuser und dienen natürlich einem anderen Zweck. Deswegen kannst du die DIN 14096 auch vergessen.

Hast du die DIN 14610 vorliegen? Wenn nein, dort steht eigentlich alles drinne was du wissen musst. Kannste hier kaufen : http://www.beuth.de/langanzeige/DIN+146 ... 14119.html. Kostenlos gibts die net.

Alternativ kannst du dich auch mal an die Hersteller diverser Sondersignale wenden, die dir sicher mit Erfahrungswerten weiterhelfen können. Da wären z.B.: Bosch, Hella, PintschBamag, Martin (Vom Martinhorn), FIAMM und noch einige mehr. (Google hilft da weiter.)

Tante EDITH:

In den Unterlagen einer Sondersignalanlage von Martin (Pressluftfanfare) steht ein Schallpegel von 125 dB(A) in 1m Abstand.

Les mal das hier : http://www.nordreko.de/Ureko-Spiegel/Do ... 09-Web.pdf (auf Seite 4)

Auszug : "Laut DIN 14610 muss bei Signalhörnern in 3,5 m Abstand der Schalldruckpegel mindestens 110 dB(A) betragen."

Denke das sind jetzt genug Infos, damit du nochmal ordentlich Suchen kannst. Du bist sicher nicht der erste, der sich mit dem Thema befasst.

Gruß Joachim

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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von meta » Donnerstag 18. März 2010, 15:46

Hallo Joachim,

vielen Dank dafür! Das ist ja wirklich einiges - hast mir sehr geholfen. Alleine schon der Unterschied zwischen den beiden DIN ist eine riesige Hilfe. Die anderen Fragen sollten sich im Laufe der weiteren Suche von selbst beantworten und durch die genannten Stellen beantwortet werden.

Nochmals vielen Dank

Matthias

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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von MiThoTyN » Donnerstag 18. März 2010, 15:56

Kein Problem.

Wenn nicht meld dich hier einfach nochmal. Viele von uns sind in der Feuerwehr tätig und können da doch noch einige zum technischen Verständnis beitragen.

Gruß Joachim

Fox 1
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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von Fox 1 » Donnerstag 18. März 2010, 17:50

Hallo,

muss mich mal entschuldigen, dass ich jetzt indirekt vom Thema abschweife bezüglich Sondersignal innerorts. Muss es denn sein, dass abends 22:40 Uhr noch mit Sondersignal durch die Hauptstrasse gerast wird, obwohl kein Verkehr ist? Ich stand kerzengerade im Bett, weil ich dachte: "OMG, was ist denn jetzt?" Der Nachbarshund war dann die nächste 2 Stunden nicht mehr zu beruhigen und bellte pausenlos. Da ich ja weiß, dass zwischen 20:30 - 7:30 Uhr kaum Verkehr herrscht, frage ich mich, ob das notwendig ist in dem Zeitraum noch ein radau zu machen.

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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von MiThoTyN » Donnerstag 18. März 2010, 18:08

Prinzipielle Antwort die keinerlei Raum für Diskussionen lässt: Ja es ist notwendig.

(Ist ein sehr leidiges Thema, welches schon von vielen an vielen Stellen diskutiert wurde)

Ist nach StVO durch §35 und §38 (Sonderrechte und Wegerechte) zwingend erforderlich.

Hat der Maschinist kein Martinhorn an und es passiert dadurch ein Unfall, ist er daran alleinig schuld. Jeder der also nicht mit Martinhorn auf sich aufmerksam macht, riskiert seine Freiheit. Die Verantwortung und die Entscheidung liegen ganz klar auf Seiten des Maschinisten. Wenn er sich dazu entschließt das Martinhorn laufen zu lassen, ist das sein Recht und seine Pflicht.

Gerade in der Innenstadt, mit Fußgängerüberwegen, Seitenstraßen, Hofeinfahrten, etc. ist es durchaus gerechtfertigt. Wie oft fährt man selbst aus ner Parklücke/Einfahrt raus, ohne den Verkehr komplett einsehen zu können? Und so ein Einsatzfahrzeug ist in der Regel schneller als ein normaler PKW unterwegs und die rund 12 Tonnen eines Löschfahrzeugs bremst du nicht in 3 Meter runter. Und gerade Nachts sind vielleicht auch Leute unterwegs, die übermüdet oder sogar alkoholisiert sind. Nur weil noch nie was passiert ist, kann man sich nicht darauf verlassen dass in Zukunft auch nie was passiert.

Auf einsamen Landstraßen, die DEUTLICH überschaubar sind, kann man da ggf. mal ne Ausnahme machen. Auch in Städten mag es Straßen geben, wo man nicht unbedingt die ganze Zeit mit Martinhorn fahren muss. Da kann man mit Rücksicht auf die Bevölkerung vielleicht mal sparsamer damit umgehen. Was aber "zu viel" und "zu wenig" ist, ist subjektiv. Da hat jeder ne andere Meinung.

Und mal ehrlich: Wenn du mal den Rettungsdienst oder die Feuerwehr brauchst, willst du ja auch, dass die schnell und sicher bei dir ankommen um dir zu helfen. Genauso ist es, wenn die bei dir mir Martinhorn vorbeifahren. Dann sind die auf dem Weg jemandem zu helfen. Und wenn man bedenkt, dass die Feuerwehrler vor 5 Minuten auch noch im Bett gelegen haben und jetzt 100% beim Einsatz geben müssen, ggf. sogar über mehrere Stunden und morgens auch wieder zur Arbeit müssen, dann kannst du auch mal 2 Minuten wach sein, wenn die bei dir vorbeifahren. Im Normalfall kann man danach ja sofort wieder einschlafen. Dass dein Nachbarhund ein Idiot ist, dafür kann ja die Feuerwehr nix.

Gruß Joachim

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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von MiThoTyN » Freitag 19. März 2010, 00:49

Fox 1 hat geschrieben:Da ich ja weiß, dass zwischen 20:30 - 7:30 Uhr kaum Verkehr herrscht, frage ich mich, ob das notwendig ist in dem Zeitraum noch ein radau zu machen.
Nichts persönlich gegen dich, aber solche Aussagen treiben mich zur Weißglut. Hab gerade heute wieder sowas in der S-Bahn belauschen können. Der Satz mag an sich zwar nicht falsch sein, aber kennst du auch die Gegenseite? Weißt du wer, warum mit Martinhorn da lang gefahren ist? Hast du dich mal erkundigt was passiert ist und warum man da mit Martinhorn gefahren ist?

Hier einfach mal was zum Nachdenken:

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Es ist Donnerstag Nacht 02:44 Uhr. Du liegst im Bett und schläfst schon seit ein paar Stunden. Es war ein langer Tag auf der Arbeit und um 6:00 Uhr klingelt dein Wecker erneut. Plötzlich reist dich dein Piepser mit einem schrillen Ton aus dem Schlaf. Die Meldung lautet Unterstützung der Nachbarfeuerwehr bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus. Es werden noch Bewohner, darunter auch zwei Kinder im Haus vermisst. Dein Puls schießt schlagartig in die Höhe, du springst auf, versuchst dich zu orientieren, suchst deine Hose, Socken, Pullover und ziehst dich an. Beim Rausgehen wirfst du deiner Frau einen letzten Blick zu. In Ihren Augen siehst du, dass Sie Angst hat. Um dich, um die vermissten Kinder. Sie wird die restliche Nacht nicht mehr schlafen können und wird auf dich warten. Du versuchst im dunklen Flur deine Wohnungsschlüssel zu finden. Im Hof schwingst du dich bei 2° Grad Außentemparatur auf dein Fahrrad und fährst so schnell du kannst durch die dunklen, verlassenen Straßen in Richtung Feuerwehrhaus. Das liegt keine zwei Minuten von deinem Zuhause entfernt, aber bergauf. Als du ankommst bist du natürlich ziemlich außer Atem. Die Lungen tun dir weh, weil du zu viel klirrend kalte Luft eingeatmet hast. Im Feuerwehrhaus ziehst du dir deine Einsatzkleidung an. Etliche deiner Kameraden sind auch schon da. Alle sehen genauso verschlafen aus wie du. Keiner redet mehr als nötig. Die Meldung, dass noch Kinder im Haus vermisst werden, verbreitet ein mulmiges Gefühl, die Stimmung und die Gesichter sind deutlich angespannt. Etliche deiner Kameraden haben selbst Kinder. Dein eigener 3 jähriger Sohn hat gar nichts davon mitbekommen, dass du eben stürmig das Haus verlassen hast. Deine Frau hat sich gerade neben ihm ins Bett gelegt - Sie kann ja eh nicht schlafen. Während der Angriffstrupp im Mannschaftsraum das Atemschutzgerät anlegt, steigst du auf dem noch freien Fahrerplatz ein. Dein Fahrzeugführer hat bereits die Karte in der Hand und sucht den schnellsten Weg zum Einsatzort. Über Funk hat er erfahren, dass noch weitere Feuerwehren und jede Menge Rettungsdienst aus der Umgebung alarmiert wurden. Es scheint was größeres zu sein. Um 02:48 Uhr, nur vier Minuten nach der Alarmierung, verlässt euer Fahrzeug das Feuerwehrhaus. Immernoch wird wenig geredet. Jeder versucht sich gedanklich darauf vorzubereiten, was einen schlimmes an der Einsatzstelle erwarten könnte. Jeder geht seine Aufgaben nochmal im Geiste durch. Viel Zeit zum Überlegen bleibt nicht. Alles muss sofort reibungslos funktionieren. Nicht nur das Leben der Bewohner hängt davon ab, man verlässt sich auch untereinander blind auf seine Kameraden. Auf seinen Truppmann, auf seinen Fahrzeugfüher und auf seinen Maschinisten. Deine Aufgabe ist es, dass ihr möglichst schnell und vor allem heil am Einsatzort ankommt. Dein Puls und deine Atmung hatten immernoch kaum Zeit sich zu erholen. Während sich im Funkgerät die Fahrzeuge der anderen Wehren melden und dein Fahrzeugführer mit der restlichen Mannschaft das Vorgehen bespricht, versuchst du deine komplette Aufmerksamkeit auf die Straße zu richten und alles im Blick zu haben. Die Straßen scheinen stellenweise glatt zu sein und vereinzelt zieht Nebel auf. Während du mit beiden Händen das Lenkrad fest im Griff hast und dein 14 Tonnen Fahrzeug sicher um die engen Kurven lenkst, wandert dein Blick hochkonzentriert über die Straße. Fahrradfahrer ohne Licht, dunkel gekleidete Fussgänger, unaufmerksame Autofahrer, Rasende Jugendliche, wilde Tiere, alles könnte jetzt urplötzlich zu einem gefährlichen Hinderniss werden. Die letzten Gäste aus der Dorfkneipe machen sich öfter erst um diese Zeit - betrunken - auf den Heimweg. Da ist schnelle Reaktion gefragt. Du schaltest dein Martinhorn ein, um auf dich Aufmerksam zu machen. So sollte dich niemand übersehen/überhören können. Trotzdem bremst du dein Fahrzeug fast bis auf Stillstand herunter, als du über die rote Ampel der Kreuzung fährst. Normalerweise ist um die Zeit keiner unterwegs. Normalerweise. Als deine Frau das Martinhorn hört, läuft ihr ein eiskalter Schauer über den Rücken. Sie weiß nicht dass du fährst und versucht die Gedanken zu verdrängen, dir könnte im Einsatz etwas zustoßen. An der Einsatzstelle angekommen, hilfst du deiner Mannschaft Geräte vom Fahrzeug zu entnehmen. Wie du erfahren hast, brennt eine Wohnung im Erdgeschoss. Das Treppenhaus ist so verqualmt, dass auch aus den darüber liegenden Wohnungen niemand das Haus verlassen konnte. Alle haben geschlafen und den Brand erst zu spät bemerkt. Rauchmelder gab es in keiner Wohnung. An vielen Fenstern stehen Menschen und warten darauf gerettet zu werden. Dein Fahrzeugführer hat deinem Angriffstrupp bereits einen Einsatzbefehl gegeben, vermutlich sind sie bereits im Haus und versuchen sich im dichten und heißen Qualm in der fremden Umgebung zurechtzufinden. Während du dabei bist den Stromerzeuger zum Laufen zu bekommen, versuchst du dir an der Einsatzstelle einen Überblick zu verschaffen. Auf der Bordsteinkante in kurzer Entfernung sitzen vier Kameraden aus der Nachbarfeuerwehr. Sie waren bereits drinne. Die Anstrengung sieht man ihnen deutlich an. Sie schwitzen und dampfen in der Kälte. Ihre Augen starren ins leere, wieder redet keiner. Nebenan steht ein Rettungswagen. Innen scheinen der Notarzt und zwei Rettungssanitäter ziemlich beschäftigt zu sein. Weitere Rettungsdienstler kümmern sich nun um die vier Kameraden an der Bordsteinkante. Erstmal ins warme, trockene Kleidung anziehen, Gesicht und Hände waschen, was trinken. Der Körper ist solche extremen Belastungen nicht gewohnt. Dein Fahrzeugführer kommt zu dir und informiert dich über die Lage. Beide Kinder aus der brennenden Wohnung konnten gerettet werden. Eins ist bereits auf dem Weg ins Krankenhaus, das andere wird gerade im Rettungswagen stabilisiert. Wahrscheinlich werden sie es überleben - man kann nur abwarten. Die Mutter hatte weniger Glück. Die vier Kameraden, die eben noch mit leerem Blick an der Bordsteinkante saßen, konnten sie nur noch tot aus der Wohnung bergen. Sie ist im Brandrauch einfach erstickt, nur zwei Meter neben der rettenden Wohnungstür. Der Vater ist geschäftlich unterwegs, man versucht ihn zu erreichen um ihm die schreckliche Nachricht zu überbringen. Der dicke Klos in deinem Hals lässt sich nur schwer runterschlucken. Solche schlimmen Einsätze werden sich auf ewig im Gedächtnis der Einsatzkräfte festbrennen. Nach drei Stunden harter Arbeit ist das Feuer gelöscht, der Rauch verschwunden, die restlichen Bewohner sicher gerettet. Langsam geht es ans Aufräumen und mehr und mehr Fahrzeuge verlassen die Einsatzstelle. Noch immer wird kaum geredet. Im Feuerwehrhaus angekommen kann man endlich aus der kalten und nassen Einsatzkleidung raus und mal heiß duschen. So langsam wird es dir endlich wieder wärmer. Bevor ihr alle das Feuerwehrhaus verlasst, steht ihr noch eine ganze Weile zusammen. Ihr versucht den Einsatz zu vearbeiten, sprecht darüber was passiert ist, was man hätte besser machen können, was schief gelaufen ist, was jeder denkt und fühlt. Schlussendlich seid ihr euch einig, dass man nichts hätte anders machen können um das Schicksal der jungen Mutter zu verhindern. Der Einsatz ist damit für heute zwar beendet, aber noch lange nicht abgeschlossen. Als du dich auf deinem Fahrrad auf den Heimweg machst, wird es schon langsam hell. Von unterwegs rufst du in der Firma an und hinterlässt auf dem Anrufbeantworter, dass du heute nicht zur Arbeit kommst. Dein Chef wird davon gar nicht begeistert sein. Als du wieder zuhause ankommst, liegt deine Frau im Bett eures Sohnes. Im Halbschlaf fragt sie dich, ob alles gut gegangen ist. Ohne zu antworten legst du dich neben die beiden, und nimmst sie fest in den Arm. Während beide weiterschlafen, spielt sich der Einsatz in deinem Kopf immer und immer wieder ab. An schlafen ist jetzt nicht zu denken. Als du am Mittag zum Einkaufen in die Metzgerei gehst, beschwert sich gerade ein Verkäufer lauthals bei einem Kunden ob es denn notwendig ist, dass die Idioten von der Feuerwehr mitten in der Nacht so einen Radau machen müssen. Er kenne die Straßen sehr gut und weiß sehr wohl, dass dort Nachts kaum Verkehr ist. Du verlässt den Laden sofort wortlos...
Und es handelt sich hier nicht um eine "nette Geschichte". Solche Einsätze passieren in Deutschland täglich. Sicherlich hat fast jeder Feuerwehrmann dieses Szenario oder einen ähnlich einschneidenden Einsatz bereits erlebt.

Gruß Joachim

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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von Der Matze » Freitag 19. März 2010, 14:18

Hi

Ich muss Joachim hier voll und ganz zustimmen!
Wenn irgendwo ein Fahrzeug mit Sondersignalen unterwegs ist, dann hat das sicher nen guten Grund!

MfG
Matze (der auch Nachts um 2:00 mit Horn fährt)
Freiwillige Feuerwehr. Unsere Freizeit für ihre Sicherheit!

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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von Laatze » Freitag 19. März 2010, 16:28

Sehr guter Text!

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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von Fox 1 » Freitag 19. März 2010, 17:10

War ein Krankenwagen oder Notarzt. Den Unterschied kann ich gut erkennen. Die Feuerwehr war an dem Abend nicht unterwegs ebenso wenig wie die Polizei. Habe auch einfache Fenster (kein doppelt verglaste, die kommen dieses Jahr noch) die verschlossen waren und Rollladen unten.

Aber ohne Witz. Obwohl wir eine 35.000 EW-Stadt sind, ist ab 21:00 Uhr kaum oder kein Verkehr mehr. Da könnte man Fussball spielen.

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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von tomtom2019 » Montag 8. Juli 2019, 10:31

... bei uns in der Strasse fahren die Einsatzwagen meißt nur mit Blaulicht. Das finde ich sehr löblich.

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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von hoffendlichS3 » Samstag 13. Juli 2019, 13:44

Nur mit RKL haben sie aber kein Sonderwegerecht.

Einsatzwagen sollten m.M.n. Grundsätzlich mit Pressluft ausgerüstet werden und auch durchgehend fahren.
"Die Sirene ist und bleibt das effektivste Mittel um Aufmerksamkeit der Massen zu erregen"

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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von MiThoTyN » Mittwoch 17. Juli 2019, 20:05

Jein. Aufpassen. Schwieriges Thema, was gerne für Diskussionen sorgt.

StVO §35 "Sonderrechte": Hast du als Feuerwehr automatisch dann, wenn du deine hoheitlichen Aufgaben erfüllst. Damit bist du unter gebührender Berücksichtigung der Sicherheit und Ordnung von der StVO befreit. D.H. du darfst schneller fahren, über rote Ampeln fahren und im Halteverbot parken.

StVO §38 "Wegerechte": Wenn du mit Blaulicht UND Signalhorn unterwegs bist wenn höchste Eile geboten ist, müssen dir andere Verkehrsteilnehmer Platz machen. NUR Blaulicht darfst du nur zur Absicherung von Einsatzstellen nutzen, dann hast du keine Wegerechte.

Lest euch beide Paragraphen mal durch, da kommt es immer wieder zu Verwirrungen.

@Pressluft: Sehe ich bei großen Einsatzfahrzeugen auch so, bei Kleinfahrzeugen reicht auch ein Elektrohorn. Verhältnismäßigkeit der Mittel und so. Und WANN das Horn eingeschaltet wird, liegt in der Verantwortung des Maschinisten. Dementsprechend muss er da auch geschult sein. Der Fahrzeugführer hat hier ausnahmsweise mal keinerlei Mitspracherecht.

Gruß Joachim

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Re: DIN für Sondersignal bei Einsatzfahrzeugen

Beitrag von MiThoTyN » Mittwoch 17. Juli 2019, 20:18

Kleine Anekdote noch:

In §35 sind ja explizit Polizei, Feuerwehr und KatS genannt, die Sonderrechte in Anspruch nehmen können. Wegerechte nach §38 können aber ALLE Fahrzeuge in Anspruch nehmen, welche mit Blaulicht und Signalhorn unterwegs sind.

Nun gibt es z.B. bei den Verkehrsbetrieben/Gasversorgern/Deutsche Bahn Fahrzeuge die mit Blaulicht ausgestattet sind. Da diese Unternehmen aber nicht in den §35 passen, dürfen diese Fahrzeuge keine Sonderrechte in Anspruch nehmen. Heißt sie könnten zwar mit Blaulicht und Signalhorn freie Bahn "erzwingen", müssten aber trotzdem an der roten Ampel stehen bleiben und dürften nicht schneller fahren als die anderen. Etwas Paradox die deutsche Rechtsprechung. ;-)

Um dieses "Problem" zu umgehen, beruft sich z.B. die Deutsche Bahn beim Notfallmanager auf den "Gerechtfertigten Notstand".

Gruß Joachim

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