Nachts - der Klang aus der Ferne (Geschichte)

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DayOfSiren
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Nachts - der Klang aus der Ferne (Geschichte)

Beitrag von DayOfSiren » Mittwoch 5. Juli 2017, 18:15

Gude,

ich habe mal aus Lust und Laune eine Sirenengeschichte geschrieben. :D
Ich hoffe, dass sie euch einigermaßen gefällt! :-)

Gruß!

......
Ich habe sie gehört, gestern Nacht. Es kam aus der Ferne. Laut und grell war der Klang. Ich war auf dem Weg nach hause - hatte Nachtschicht. Es war ca. 02:58 Uhr, schon recht spät, doch ich hörte nur eine... Eine Sirene. Vielleicht aus Berensdorf. Wir in Lierenfeld haben nur zwei E57, die reichen. Noch nie davon gehört, dass wir eine dritte hätten. Quatsch, weshalb auch?! Kurz bevor ich die Tür aufschloss, blieb ich schlagartig stehen. Ich hörte schon wieder diesen grellen, hohen Ton, der aus der Ferne schien. Bis sie zum Stillstand kam, blieb ich starr stehen. Dann ging ich verwirrend hinein und schaltete meinen PC ein. Berensdorf und Lierenfeld liegen nur 3km auseinander. Andere Ortschaften kommen aus der Frage, da sie entweder keine Sirenen besitzen, und wenn ja, diese nur bei einer Katastrophe ausgelöst werden.
,,Ach, das war ganz deutlich ein Feueralarm aus Berensdorf. Irgendwo hat's gebrannt." Aber, Berenshausen besitzt doch eigentlich nur eine E57, die auf der Gemeindeverwaltung. Da gibt es keine zweite, vorallem in dieser Tonhöhe. Oder habe ich mich doch nur verhört?
All dies lies mich nicht einschlafen und so beschloß ich diese Nacht noch nach ihr zu suchen. Ich ging aus mein haus, stieg ins Auto, steckte den Zündschlüssel rein, schnallte mich an und fuhr nach meinem Gewissen los.
Mein Gewissen brachte mich zu einem eher verlassenden Gebiet in Lierenfeld, dem Kernskorp-Komplex. Dort befinden sich alte Werkshallen, verlassene Bauernhöfe und Häuser, die jede Sekunde einzubrechen drohen.
Ich fuhr die Straßen, eher Gaßen, entlang und mein Blick war auf die Dächer der jeweiligen Strukturen gerichtet. Jedoch mit null Erfolg - keine Sirene, kein garnichts. Es war nun 03:44 Uhr, und ich war immernoch dort. Weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Verzweifelt und erfolglos fuhr ich wieder nach hause. Auf dem Rückweg sah ich eine von unseren Elis, nähmlich die auf der Raiffeisenbank. Kurzezeit dachte ich, ich hätte sie gefunden, war aber doch nur unsere Eli.
Als ich zuhause ankam, warf ich mich sofort ins Bett, in der Hoffnung einschlafen zu können.
Am nächsten Morgen ging ich schon sehr früh aus dem Haus, obwohl ich frei hatte. Wie es sich später zeigen wird, stellte sich die Idee als komplett sinnlos heraus. Einmal auf die Uhr geschaut - 06:35 Uhr - und schon war ich weg, auf dem Weg nach Berensdorf!
Dort angekommen begrüßte mich auch schon die E57. Ich nahm mir die Zeit, holte meine Spiegelreflexkamera empor und zoomte mal näher an die Sirene heran. ,,Jep, jetzt hab ich's. Eine Elektror E57 mit Baujahr 1976.", laut Typenschild. Erfreut ging ich die Straßen entlang und schaute mich bezüglich der Hochtonsirene um, bislang ohne Erfolg. Ich beschloß zur Ortsfeuerwehr zu laufen. Vielleicht können die mir ja weiterhelfen. Erfreulicherweise verlies dort gerade ein Mann das Gerätehaus. Daraufhin begrüßtete ich ihn und schilderte mein Anliegen. Der nette Mann konnte, wie schon zu erwarten, nicht weiterhelfen. Auch von einer Hochtonsirene hier im Umkreis, hätte er noch nie etwas gehört.Ich war hier also falsch, komplett falsch. Es muss wohl doch aus Lierenfeld gekommen sein, aber wo? Plötzlich fiel mir ein, dass heute wieder ein Probealarm stattfinden wird, und das um 12:15 Uhr. Ich beeilte mich und fuhr wieder zurück nach Lierenfeld. ,,Och, blöd, wenn 'wa erst 08:07 Uhr haben, ich Dummkopf." Derweil fuhr ich nach hause und wartete sehnsüchtig bis 12:00 Uhr.
Es war 12:10 Uhr, ich stand an einer Bank, zentral im verlassenden Komplex der Gemeinde Lierenfeld. Ich stellte mein Stativ auf, positionierte die Kamera und startete die Aufnahme. Falls gleich ein Hochtonbrummer losheulen sollte, habe ich alles auf Video. Noch schnell gecheckt, ob's was neues in IG-Wasi gibt und schon tickte die Uhr 12:15 Uhr. Mein Herz klopfte dermaßen laut, so dass ich beinahe die Kirchenglocken überhört hätte, doch das legte sich schlagartig! Eine E57, dann die andere...
Keine Hochtonsirene, nur die E57er. Enttäuscht stieg ich ins Auto und schlug den Weg nach zuhause ein.
Am Abend versuchte ich am PC weiter zu recherchieren, doch ich fand nichts, bis ich auf etwas interessantes gestoßen bin. Dort konnte ich folgendes entnehmen:
,,Als das Werk 1971 geschlossen wurde, musste auch die Sirene auf dem Gebäudedach weichen, doch wo sie verblieb ist unbekannt."
Ob das etwas damit zu tun hat? Auf keinen Fall! Wie denn? Das Werksgelände existiert garnicht mehr. Das hätte direkt neben der Bank, wo ich gefilmt hatte, stehen müssten. Dem war aber nicht so.
Ich machte mich bettfertig, schaltete meinen Computer aus und ging zu Bett. Bevor ich noch nach meiner Bettdecke greifen konnte, konnte ich meinen Ohren nicht mehr trauen! Ich hörte sie schon wieder - diesmal viel lauter! Demnach sprang ich auf, lief kamerabewaffnet aus mein Haus, und rannte in Richtung Hochtonsirene. Sie war bei der letzten Sequenz angelangt, schon war es wieder zu ende. Nun wusste ich aber, wo sie stehen musste, und das ganz genau! Ich wartete noch ungeduldig auf den Sonnenaufgang, damit ich endlich zu ihr kann. Aber... Weshalb das Signal Feueralarm? Es war nie eine Feuerwehr zuhören gewesen, genau so besitzen wir hier in Lierenfeld zwei aktive Feuerwehrsirenen.
Ich überlegte nicht lang und fuhr zum Ort des Geschehens. Dies brachte mich wieder zum Kernskorp-Komplex, wo ich vergangene Tage ja schon öfters war. Ich blickte auf ein altes Gebäude mit einem Turm. Dieser war ca. 10m hoch. So lief ich ein wenig ums Gebäude, denn hier muss sie irgendwo stehen, aber wo? Auf dem Turm stand sie nicht, sowohl auf dem Gebäude selber. Ich überprüfte noch einmal meine gestrige Aufnahme. Ganz klar, man hört sie, also habe ich es mir doch nicht eingebildet. Dann jedoch blickte ich auf die Turmseite und konnte meinen Augen nicht mehr glauben. Meine Kinnlade sinkte herab. Dort stand sie, auf einem nicht allzu hohen Mast. 11 Ports, ganz klar. Wahrscheinlich eine S3B-Hochton. Das wird und muss sie sein! Als ich näher an sie heran lief und mit der Kamera heran zoomte, gefrier mir das Blut in den Adern!
An der Sirene hing kein Kabel.
Woher kam dann das Geheule........?
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Meine Sirenenvideos: https://www.youtube.com/channel/UCqK9uB ... PN4zUWadbA

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Re: Nachts - der Klang aus der Ferne (Geschichte)

Beitrag von philipp122 » Mittwoch 5. Juli 2017, 19:38

Spannende Kurzgeschichte, für Sirenenenthusiasten sogar noch ein Stück spannender.

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